Ach Glück

Ach Glück

Vielleicht fände sie ja in Mexiko ihr Glück, sagt Achim zu seiner Frau Johanna, bevor sie ihre zwölfstündige Flugreise antritt. Ach Glück, so seufzt sie mehr als sie spricht, als sei ihr dieses Wort schon lange entfallen. Szenen einer Ehe, eher undramatisch, fast unterkühlt beschrieben in Monika Marons neuem Roman.

Er ist die Fortsetzung von Endmoränen (2002 erschienen). Zu den beiden Hauptdarstellern im neuen Werk gesellt sich noch der Hund Bredow. Er ist nach der Autobahnauffahrt benannt, an der Johanna das Tier angebunden vorfindet; sie rettet ihn, eine innige Beziehung entsteht. Achim und Johanna leben in Berlin, haben den DDR-Sozialismus ganz gut überstanden und sind angekommen in der neuen Gesellschaft. Der Triumph über den Untergang dieses Staates „sei das letzte große Gefühl gewesen, das sie beide miteinander geteilt hätten“, sagt Johanna. Sie schreibt Biografien, er forscht über den Dichter Kleist. Fast 30 Jahre sind zu zusammen, haben eine gemeinsame Tochter. Sie arbeiten zu Hause. Die Tage ähneln einander, wiederholen sich, die Begegnungen mit Freunden und Bekannten sind nach vielen Jahren wie Rituale, kaum Neues, nichts Spannendes. Johannes sitzt am Schreibtisch im Arbeitszimmer, vergraben in Manuskripten, umgeben von Büchern. Er sitzt mit dem Rücken zur Welt, wie seine Frau sagt, meint aber, mit dem Rücken zu ihr. Und damit wird ihre Beziehung sehr genau beschrieben.

Maron erzählt ruhig, gelassen und sehr präzise. Natürlich vor allem aus der Sicht der Frau, mit ihren Gefühlen, Hoffnungen, dem Ärger über die eheliche Routine. In Bewegung kommt das erstarrte Duo durch die Zuneigung der Frau zu Hund Bredow und vor allem durch die Begegnung mit Igor. Er ist ein Russe, der in Berlin eine Galerie führt. Er vermittelt die Reise nach Mexiko zu einer dort lebenden russischen Aristokratin. Mit der Ankunft Johannas in Mexiko City endet das Buch, und damit beginnen die Fragen des Lesers nach dem Glück, wie es zu finden und festzuhalten ist.

Ach Glück ist ein sprachlich klares Buch, ohne stilistische Spielereien und Schnörkel, über den Aufbruch einer Frau Mitte 50, über einen zurückbleibenden ratlosen, nicht unsympathischen Mann, der nicht begreift, was ihm da widerfährt. Doch auch hier bleibt eine Hoffnung; die Hoffnung, dass er zu einem Neuanfang findet. — Carsten Hansen, Literaturtest
Kurzbeschreibung
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Ein gelungenes Leben, gibt es das?

›Ach Glück‹, Monika Marons neues Buch, ein Roman von großartiger Subtilität und Weisheit, folgt dem unmerklichen Auseinanderdriften zweier Lebensspuren.

Ob dies nun der von Johanna insgeheim herbeigesehnte Neuanfang ist oder einfach nur ein Aufbruch, als sie kurzentschlossen dem Lockruf der alten russischen Aristokratin Natalia Timofejewna nach Mexiko folgt, weiß sie selbst nicht.

Während sie in 10.000 Meter Höhe erwartungsvoll einer fremdartigen Welt entgegensieht, vielleicht der Begegnung mit der legendären Leonora Carrington, jener wunderbar-verrückten surrealistischen Künstlerin, irrt Achim in Berlin ziellos zwischen den gewohnten Plätzen und Ritualen umher, bedrängt von der Frage, was Johannas Flucht zu bedeuten hat und wie die seltsame Verwandlung seiner Frau mit jenem schwarzen zotteligen Hund zusammenhängt, den sie eines Tages angebunden an einem Abfalleimer an der Autobahn fand und mitnahm.

Ach Glück, sagt Johanna.


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