Hans-Georg Kaethner Von Berlin nach Bombay

Von Berlin nach Bombay

Unter dem Titel „ Harem, Hindu, Heiland wurde „Von Berlin nach Bombay“ schon in den Sechziger Jahren als gedrucktes Buch veröffentlicht. Aus sehr aktuellem Anlass wurde es jetzt sehr gründlich überarbeitet und als E Book herausgebracht. Meine beiden Reisegefährten und ich erlebten besonders in den heutzutage derart furchtbar heimgesuchten Ländern Syrien und Irak eine einmalige Gastfreundschaft, wie sie für den normalen Mitteleuropäer unvorstellbar ist. Umso mehr beschämt es den Autor, dass vom Krieg traumatisierten Flüchtlingen bei uns allzu oft unverhüllter Hass entgegenschlägt, der selbst vor krimineller Untat nicht zurückschreckt!

Im Zeitalter des Tourismus, wo selbst der entfernteste Winkel des Globus und ausgefallene Expeditionen von so genannten Reiseexperten bis auf drei Stellen hinter dem Komma verorganisiert werden, bleibt dem aussterbenden Spezies Globetrotter nur die resignierende Flucht in nostalgische Rückerinnerungen.
Genau in diese Zeit als das echte Abenteuer schon in Jugoslawien begann und sich verschwindend wenige Wagemutige, die sich bis in den orientalischen Iran gewagt hatten, in Teheran noch per Handschlag begrüßen konnten, will die packende Schilderung einer 6monatigen Reise von Berlin nach Bombay entführen.
Drei junge Leute, zwei Deutsche und eine Italienerin, die der Zufall zusammen geführt hat, wollen den legendären Landweg nach Indien mit einem V-W-Bus bezwingen. Für derartige „Reisestudenten“ mit viel Unternehmungsgeist, aber wenig Kleingeld, war Selbstbestätigung wichtiger als das eigentliche Ziel. Das Bewusstsein ein großes Abenteuer erfolgreich gemeistert zu haben und dem Mysterium des Unbekannten unerschrocken ins Auge geblickt zu haben ist für sie die Herausforderung schlechthin.
Nach einer detaillierten Aufzählung ihrer sehr beschränkten finanziellen Mittel erlebt, erleidet und beschmunzelt der Leser gemeinsam mit ihnen die Stationen eines ungewöhnlichen Trips von Berlin über Jugoslawien, Griechenland, Türkei, Syrien, Irak, Iran, Pakistan bis ans ersehnte Endziel Bombay, wo sie trotz gefährlicher Zwischenfälle und ständigen Geldmangels wohlbehalten angelangen. Damit aber noch nicht genug, denn selbst die als Erholung von den zurückliegenden Strapazen gedachte Rückfahrt mit dem französischen Passagierschiff „Vietnam“ bringt ein zusätzliches Abenteuer, das alles bisher Erlebtem die Krone aufsetzt.
Ohne Optimismus, Unbeschwertheit, jugendlichen Tatendrang und sehr viel Humor wäre ihr Unternehmen vermutlich nicht erfolgreich verlaufen, woraus sich ein recht eigenwilliges Schlussfazit ziehen lässt:
Der Abenteurer des 20, Jahrhunderts schlägt sich weniger mit Räubern und Gefahren, als mit der unterschiedlichen Auslegung des Begriffes „Gastfreundschaft“ und seine peinlichen Auswirkungen auf Magen und Darm herum!

Von-Berlin

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Comments

  1. By Ayumi Sato

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